Standortaufnahmen unklarer Species und dubiose Kulturpflanzen von Delosperma N.E.Br. (Aizoaceae, Mesembryanthemaceae) aus Lesotho und benachbarten Gebieten

 

von G.F.Wagner

 

 

Die Gattung Delosperma, deren Arten überwiegend aus den feuchteren Gebieten des östlichen Südafrikas, Lesotho und Swaziland, Simbabwe, Kenia bis Äthiopien und des südwestlichen Arabiens stammen und oft in Hochgebirgslagen beheimatet sind, gilt als schlecht bearbeitet. Von vielen der beschriebenen Arten kennen wir nur die Erstbeschreibung und die in den Herbarien hinterlegten Belege des Typstandorts. Mitunter sind selbst diese Standorte nicht bekannt. Oft sind die Aufsammlungen nur einmal erfolgt. Aus der Literatur kennen wir nur wenige Arten genauer, und auch in Sammlungen finden sich Delospermen mit exakten Standortangaben nur selten. Diese unbefriedigende Situation gilt auch besonders für Arten aus Lesotho und umliegenden Gebieten. Andererseits wird über Funde aus Lesotho berichtet, oder es werden im Handel Pflanzen mit völlig falschem Namen angeboten, die mit keiner der bisher beschriebenen Arten in Verbindung zu bringen sind. Es ist daher mit Sicherheit davon auszugehen, dass speziell in Lesotho noch etliche neue Arten der Beschreibung harren, wovon auch andere Bearbeiter ausgehen (Hilliard & Burtt 1987). So finden sich im u.a. Herbarium des Kew Garden in London etliche Kollektionen von nicht-beschriebenen Delospermen aus diesen Gebieten, die von Hilliard & Burtt gesammelt wurden. In vorliegenden Beitrag werden einige Funde zum Teil nicht beschriebener Arten vorgestellt, von denen recht gutes Bildmaterial (leider aber meist ohne Makro-Detailaufnahmen), mitunter auch mit präzisen Standortangaben, vorliegt, allerdings nur sehr wenig exaktes Standortmaterial vorhanden ist, auf das sich exakte Bestimmungen oder Neubeschreibungen stützen könnten. Das Bildmaterial ist aber so interessant, dass es hier trotzdem zur Diskussion gestellt werden soll. Vielleicht regt es zu intensiverer Feldforschung in den in Frage kommenden Gebieten an. Es stammt zum Teil von Edmund Kirschnek, einem bekannten Fotografen sukkulenter Pflanzen des südlichen Afrika, der mit Inge Brase aus Windhoek, Namibia, einer exzellenten Kennerin der Flora dieser Gebiete, u.a. auch in Lesotho unterwegs war. Andere Fotos stammen von oben erwähntem Handelsmaterial. Insbesondere Delospermen aus höheren Gebirgslagen sind bei Liebhabern alpiner Pflanzen recht beliebt, da sie teilweise recht beträchtliche Winterhärte besitzen und auch durchaus selbst in Mitteleuropa blühfreudig sind. Für warme Gewächshäuser sind sie aber weniger geeignet.

 

Abb.1: Delosperma sp., Mokhotlong / ca. 50 km NW zur New Oxbouw Lodge, Lesotho, 3100 m.

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.2:  Delosperma sp., ca. 16 km NW Sani Top, Ost-Lesotho, 3100 m.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.3:  Delosperma sp., ca. 21 km NW Sani Top, Ost-Lesotho.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.4:  Delosperma sp. Lesotho.

Herkunft: Gärtnerei C.H.Kreß, A-4974 Ort/Innkreis.

Foto: G.F.Wagner

 

 

Gelbblütige Populationen

 

Als gelbblühend sind derzeit aus Lesotho beschrieben: Delosperma nubigenum (Schlechter) L.Bolus und Delosperma rogersii (Schoenland & A.Berger) L.Bolus. Zu dieser Gruppe wurde bisher auch häufig eine dritte Art gerechnet: Delosperma congestum L.Bolus, wobei es sich aber bei der Angabe von Gelbblütigkeit (zitronengelb) im Sukkulentenlexikon um eine unrichtige und irreführende Wiedergabe der Erstbeschreibung handelt. In ihr wird nämlich die Farbe der Petalen mit weiß, lediglich im verwelkten Zustand mit zitronengelb angegeben (L.Bolus 1954). Die übrigen Merkmale dieser Art wurden von Jacobsen aber korrekt zitiert, wie z. B. die schlanken, spitzen, dichtstehenden Blätter (12 – 18 mm lang, 3 mm breit und dick) und der geringe Blütendurchmesser von ca. 15 mm. Eine bewusst weitgehend wörtlich gehaltene deutsche Übersetzung der Erstbeschreibung dieser Art ist hier zum Vergleich im Anhang nachgestellt; eine Kurzfassung findet sich bei Hartmann (2001). D. nubigenum stammt aus den Hochgebirgslagen von Lesotho und den angrenzenden Gebieten der Drakensberge in KwaZulu-Natal. Es hat flache, breite, mehr ovale wenig gespitzte Blätter mit glatter Epidermis. Abbildungen bei Hartmann (2001),  S.Hammer & T.Dold (2002) (vom Mont aux Sources im nordöstlichen Lesotho) und G.F.Wagner (2003) zeigen, was wir uns unter D. nubigenum vorzustellen haben. D. rogersii schließlich stammt eigentlich aus einem großen Areal zwischen dem Eastern Cape und KwaZulu-Natal, das sich über den Sehlabathebe National Park auch über die südöstliche Grenze Lesothos erstrecken soll. Diese Art soll den Habitus einer größeren Version von D. nubigenum haben, aber mit deutlich papillösen Blättern (Hargreaves 1992).

 

Von Brase und Kirschnek stammen exzellente Standortfotos von gelbblühenden Delospermen aus Lesotho, die mit den bisher beschriebenen Arten nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Abb.1 zeigt eine schöne Population von Mokhotlong/ca. 50 km NW nahe der Straße zur Oxbouw Lodge in einer Höhe von 3100 m. Trotz gewisser Ähnlichkeit sind doch deutliche Unterschiede gegenüber D. nubigenum vorhanden. Unter Vergrößerung zeigt sich, dass die Blätter deutlich papillös sind. Interessant ist auch die schöne blaugrüne Blattfärbung. Vielleicht zeigen sich hier Übergänge zu D. rogersii. Ein erster Versuch, diese Vermutung an Herbarmaterial nachzuprüfen, schlug leider fehl, da im Herbarium des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem fast die gesamten Delosperma-Belege, u.a. auch der Beleg einer Aufsammlung von D. rogersii, noch an das Institut für Allgemeine Botanik in Hamburg ausgeliehen sind(dafür haben wir jetzt aber die beiden exzellenten Bände des Sukkulenten-Lexikons der Aizoaceae von Frau Dr. Hartmann). Eine nähere Prüfung dieser Zusammenhänge muss daher vorerst zurückgestellt werden, bis eine Auswertung der Belege im Kew Garden, in Berlin oder Herbarien in Südafrika wenigstens teilweise möglich ist.

Ein ganz anderes Aussehen zeigen die Pflanzen in Abb.2 + 3. Sie stammen aus einem Gebiet 16 bzw. 21 km nordwestlich Sani Top im östlichen Lesotho (ca. 2800 m). Die Blätter sind deutlich schlanker und insbesondere in Abb.2 stark papillös. Vielleicht wird hier der Habitus aber auch stärker in unterschiedlichem Ausmaß von den Standortbedingungen beeinflusst. Im Gegensatz zur Erstbeschreibung von D. congestum sind die Blüten größer (geschätzt vielleicht 20 – 25 mm) und intensiv gelb bzw. chromgelb gefärbt.

 

Andere dubiose Pflanzen unbekannter Herkunft werden im Handel als D. spec. Lesotho bzw. D. congestum angeboten (Abb.4 + 5), wobei unter dem Namen D. congestum auch noch andere Delosperma-Arten im Handel sind. Während die Blätter in Abb.4 größer und relativ breit sind, sind sie in Abb.5 schmaler und deutlich papillös (daher eher der Pflanze in Abb.2 ähnelnd). Gemeinsam sind diesen Pflanzen aber große chromgelbe Blüten bis zu einem Durchmesser von 40 mm, teilweise mit weißem Schlund. Parallelen mit D. congestum im Sinne der Erstbeschreibung sind daher bei allen diesen Pflanzen nicht zu erkennen. Woher stammen diese Pflanzen? Oder sehen wir hier das Ergebnis von Hybridisierungen in der Kultur? Man könnte den Eindruck gewinnen, dass durch die irreführende Angabe der Blütenfarbe von D. congestum durch Jacobsen alle Pflanzen, die nicht dem relativ bekannten D. nubigenum zugeordnet werden konnten, der Einfachheit halber mangels Alternativen D. congestum zugeschlagen wurden. Erschwert werden hier taxonomische Zuordnungen generell dadurch, dass die Populationen einer Art bereits am Standort in Abhängigkeit von der Höhenlage und den Standortbedingungen deutliche Unterschiede untereinander aufweisen und darüber hinaus das Aussehen der Pflanzen unter Kulturbedingungen gegenüber dem natürlichen Habitus deutlich verändert wird. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit der Pflanzenbestimmung selbst von guten Bildern generell begrenzt ist, da stets wichtige Merkmale zur Identifikation fehlen.

 

Ein anderer mysteriöser Gebrauch des Artnamens „congestum“ (bzw. ‚congesta’) findet sich bei E. v. Jaarsveld & U.de Villiers Pienaar (2000). Die hier unter „Corpuscularia congesta“ abgebildete Pflanze, angeblich aus dem Gebiet östlich von Aliwal North stammend, das weit außerhalb des bisher bekannten Verbreitungsgebietes von Corpuscularia nur vielleicht 75 km südwestlich der südwestlichen Grenze Lesothos liegt, ähnelt tatsächlich einer Corpuscularia. „C. congesta“ wurde aber niemals beschrieben oder von einer anderen Gattung, z. B. Delosperma, hierhin umkombiniert. Mit Delosperma congestum hat die abgebildete Pflanze jedenfalls nichts zu tun. Woher kommt aber dieser Name? Was hat es mit diesem Fund auf sich?

 

Abb.5:  Delosperma „congestum“. Herkunft: Gärtnerei Belgien.

 

Foto: W.Borgmann, Aachen

Abb.6:  Delosperma aff. lavisiae L.Bolus, Witsieshoek Mountain Resort.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.7: Delosperma aff. caespitosum L.Bolus var. roseum L.Bolus, Witsieshoek Mountain Resort.

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.8:  Delosperma sp., Nähe Katse / Bokong Info Centre, Zentral-Lesotho,

2980 m.

Standortfoto: E.Kirschnek

 

 

Rotblütige Populationen

 

Auch hier zeigt es sich, dass eine korrekte Einordnung der Funde erst nach einer umfassenden Revision der Gattung Delosperma in Verbindung mit einer zielgerichtet durchgeführten Feldforschung möglich sein wird.  Derzeit gibt es in der Literatur immer wieder Probleme bei der taxonomischen Bewertung von Funden bis hin zu Fehlinterpretationen oder bei der Einordnung von durchaus vorhandenem Herbarmaterial, wenn es sich um die Bestimmung von Delosperma-Funden aus Lesotho und umliegenden Gebieten handelt, weil eben etliche Arten noch nicht gültig beschrieben sind. Abb.6 + 7 zeigen zwei Funde aus dem Witsieshoek Mountain Resort der nördlichen Drakensberge im Qua-Qua-District (Free State), nahe der nördlichen Grenze zu Lesotho gelegen. In Abb.6 dürfte es sich um eine Population aus dem Komplex um Delosperma lavisiae L.Bolus handeln. D. alticolum L.Bolus, D. obtusum L.Bolus und D. smytheae L.Bolus sind möglicherweise Synonyme hierzu (Hilliard & Burtt 1987, E.Pooley 2003). Die Pflanze in Abb.7 zeigt mit Vorbehalt Ähnlichkeiten mit Delosperma caespitosum L.Bolus var. roseum L.Bolus (= D. caespitosum L.Bolus fa. roseum (L.Bolus) G.D.Rowley), dessen Verbreitungsgebiet eigentlich mehr im südlichen KwaZulu-Natal und in der Transkei liegt. Auffallend ist der gedrungene Wuchs und der geringe Blütendurchmesser. Bei den Abbildungen 8 - 11 können keine Zuordnungen gemacht werden. Die relativ großen Blüten mit weißem Schlund in Abb.8 + 9 erinnern an Delosperma floribundum L.Bolus; die Pflanzenkörper sind aber absolut unterschiedlich. Auffallend sind die langen Blütenstiele in Abb.11, wobei die Bestimmung durch die geschlossenen Blüten natürlich erschwert wird. Die Schwierigkeiten bei der taxonomischen Einordnung interessieren die Pflanzen aber nicht. Die Polster bieten dessen ungeachtet einen herrlichen Anblick in freier Natur.

 

Abb.9: Delosperma sp., Mokhotlong,

ca. 50 km NW zur New Oxbouw Lodge, Lesotho, 3100 m.

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.10: Delosperma sp., ca. 16 km NW Sani Top, 3100 m.

(Weiße Blüten: Helichrysum sp.) Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.11: Delosperma sp., ca. 21 km NW Sani Top, 2800 m.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.12: Delosperma aff. lineare L.Bolus, Witsieshoek Mountain Resort.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

 

 

Populationen mit weißen Blüten

 

Abb.12 zeigt eine weitere Aufnahme aus dem Witsieshoek Mountain Resort. Es sollte sich hier um Delosperma lineare L.Bolus handeln, das aus Lesotho ohne Angabe des Typstandort beschrieben wurde (Bolus 1928) und nach E.Pooley (1998) auch in diesem Gebiet beheimatet ist. Allerdings sind die rosa gefärbten Staminodien und Staubgefäße der Erstbeschreibung im Bild nicht zu erkennen. Auch werden unter diesem Namen im Handel oft unterschiedliche Delosperma-Arten mit gelben Blüten angeboten, die in Wirklichkeit etwas ganz anderes darstellen, sogar Delosperma nubigenum wurde fälschlicherweise lange Zeit als Delosperma dyeri bzw. D. lineare verbreitet  (Wagner 2003). Eine andere Population aus dem Gebiet westlich von Maseru noch auf südafrikanischem Gebiet unweit der Grenze ist in Abb.13 abgebildet. Mit einiger Sicherheit dürfte es sich hierbei um Delosperma kofleri Lavis handeln, eine der ganz wenigen weiß blühenden Delospermen, die aus Lesotho beschrieben sind. Der Typstandort liegt etwa 35km von hier in südöstlicher Richtung bei Roma (Lavis 1966). Typisch sind die sehr kleinen Blüten. Einen sehr interessanten nicht beschriebenen Neufund vom Sani Pass zeigt schließlich Abb.14, ein kleinblättriges Delosperma mit sehr kleiner weißer Blüte. Insbesondere Letztere erinnert an Delosperma alpinum (N.E.Br.) S.A.Hammer  (Syn. Ectotropis alpina N.E.Br.) vom Eastern Cape, das erst kürzlich von Hammer & Dold (2003) zu Delosperma umkombiniert wurde, da es alle Merkmale dieser Gattung besitzt. Diese neue Art (oder Subspecies zu D. alpinum) vom Sani Pass (Sani Top) wurde ca. 1994 von Sean Hogan vom U.C. Berkeley Bot. Garden gefunden, allerdings sahen Hilliard & Burtt diese Pflanzen bereits wesentlich früher (S.Hammer 2003). Es ist zu erwarten, dass im Herbarium des Kew Garden in London Herbarbelege davon hinterlegt wurden, was überprüft werden sollte. Beide Subspecies zu D. alpinum sind selbstfertil.

 

Abb.13: Delosperma kofleri Lavis, westlich Maseru.

 

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.14: Delosperma sp., Sani Pass, Kulturpflanze.

Herkunft Gärtnerei C.H.Kreß.

Foto: G.F.Wagner

Abb.15 Ruschia putterillii (L.Bolus) L.Bolus, Nähe Katsedam, Zentral-Lesotho, ca. 2100 m.

Standortfoto: E.Kirschnek

Abb.16: wie Abb.15

 

 

Andere Arten von Mesembryanthemaceen in Lesotho

 

Neben den Delospermen sind nur sehr wenige Arten aus der Familie Mesembryanthemaceae in Lesotho beheimatet. Es wurden bisher nur je eine Art aus den Gattungen Mossia, Chasmatophyllum, Stomatium, Trichodiadema, Hereroa sowie zwei Arten von Ruschia bekannt (Hargreaves 1991). Ruschia putterillii (L.Bolus) L.Bolus ist in blühendem Zustand eine sehr attraktive Pflanze, hier aufgenommen in 2100 m Höhe in der Nähe des Katsedam in Zentral-Lesotho (Abb.15 + 16).

 

 

Referenzen:

 

BOLUS, L. 1928: Notes on Mesembryanthemum and Allied Genera. The Specialty Press of South Africa, Cape Town. (NM) part I: 143 (Erstbeschreibung Delosperma lineare).

BOLUS, L. 1954: Notes on Mesembryanthemum and Allied Genera, University of Cape Town. (NM) part III: 270 (Erstbeschreibung Delosperma congestum).

HAMMER, S. & DOLD, T. 2002: Ectotropis N.E.Br. – Lost, Found, and Fragile. - Haseltonia 9, S.39

HAMMER, S. 2003: persönliche Mitteilung

HARGREAVES, B.J. 1991: Mesembs of Lesotho. - Exselsa No.15, S.97

HARTMANN, H.E.K. (Ed.) 2001: Illustrated Handbook of Succulent Plants. Aizoaceae A-E, Springer Verlag, S.191, XXXVI

HILLIARD, O.M. & BURTT, B.L. 1987: The Botany of the Southern Natal Drakensberg. Annals of Kirstenbosch Botanic Gardens, Vol.15, National Botanic Gardens (SA), S.155

Van JAARSVELD, E. & de VILLIERS PIENAAR, U. 2000: Vygies. Gems of the veld. Cactus & Co., S.77  

JACOBSEN, H. 1955: Handbuch der sukkulenten Pflanzen. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, S.1308

LAVIS, M. 1966: J.  South African. Botany 32: 341 (Erstbeschreibung Delosperma kofleri)

POOLEY, E. 1998: A Field Guide to Wild Flowers, KwaZulu-Natal and the Eastern Region. Natal Flora Publications Trust, Durban, S.136 

POOLEY, E. 2003: Mountain Flowers. A Field Guide to the Flora of the Drakensberg and Lesotho. The Flora Publications Trust, Durban, S.200

WAGNER, G.F. 2003: Leserbrief zu V. Dornig: „Winterharte Sukkulenten ?“ - Avonia 21(1): 9

 

Gerhard F.Wagner, Lindenhof 9, D-12555 Berlin, E-Mail: Wagnerfgas@aol.com

 

 

Danksagung:

 

Herrn C.H. Kreß, dem Inhaber der Spezialgärtnerei für winterharte Pflanzen „Sarastro“ in A-4974 Ort/Innkreis danke ich für die Überlassung etlicher Delosperma Pflanzen aus seinem Pflanzenbestand zur taxonomischen Bestimmung, außerdem Herrn W. Borgmann, Aachen für die Zusendung von Bildern und Stecklingen von Delosperma ‚congestum’, das er von einer belgischen Gärtnerei unter diesem Namen bezogen hat und besonders auch Herrn Dr.A. Orlt vom Sprachzentrum der Humboldt-Universität Berlin für die Übersetzung von Latein-Diagnosen. Insbesondere bin ich Frau Inge Brase und Herrn Edmund Kirschnek für die Überlassung des Bildmaterials und die wundervolle fachliche Zusammenarbeit verbunden.  

 

 

 

Anhang:

 

Erstbeschreibung: Delosperma congestum L.Bolus, Notes on Mesembryanthemum and Allied Genera, part III. 270 (1954). (Übersetzung aus dem Lateinischen: Dr.A.Orlt, Berlin)

 

Rami plures visi, erecti ut videtur, ad 13 cm. longi, ad 3 mm. diam., internodiis 0.2—1.5 cm. longis; partes herbaceae glabrae politaeque virides; folia densa, adscendentia vel patenti-adscendentia vel demum patentia, supra plana vel obscure sulcata, acuta, dorso rotundata, lateribus convexis, lat. visa prope apicem angustata acuta, apiculo subnullo, 1.2—1.8 cm. longa, ad 3 mm. lata diametroque; flores 1—2 ternati, cymis congestis (itaque nomen); pedunculi 2—5 mm. longi, intermediis ebracteatis; receptaculum obconicum prope medium plus minusve constrictum, 3—4 mm. longum, ad 4 mm. diam.; sepala 5, dorso rotundata, acuta, 3—4 mm., vel 3—5 mm., vel demum ad 6 mm., longa, basi 1.5—2 mm. lata, 3 membranaceo – marginata; petala 2—3 - seriata, sat laxa, inferne haud vel vix angustata, obtusa vel emarginata, alba, marcescentia citrina, 4—6 mm. longa, 0.5—0.75 mm., vel rarius ad 1 mm., lata; staminodia mox apicem versus valde recurvata, basi obscure papillata, alba, superne pallidissime viridia, stamina conice conferta bene excedentia; filamenta 3-seriata, ad 3 mm. longa, exteriora inferne ciliate papillata, intima prope apicem conspicue papillata, antheris sordide luteis; glandulae sat conspicuae, subapproximatae crenulatae; ovarii lobi sat abrupte elevati fere ad 1 mm., subapproximati obtusi; stigmata 5, e basi superne gradatim attenuata, fere ad apicem papillata vel breviter caudata, ad 3 mm. longa.

Eastern Basutoland; Phutaberg, prope Mokhotlong, Jan.1953, L.C.C.Liebenberg (S.U.G. 12957). Fl. Jan.1954.

 

Delosperma congestum L.Bolus, Notes on Mesembryanthemum and Allied Genera, part III. 270 (1954). (Übersetzung aus dem Lateinischen: Dr.A.Orlt, Berlin)

Mehrere Zweige sichtbar, aufrecht wie es scheint, bis 13 cm. lang und bis zu 3 mm. im Durchmesser, Internodien 0,2—1,5 cm. lang, krautige Teile kahl, glänzend grün; Blätter dichtstehend oder abstehend-aufsteigend oder schließlich abstehend, Oberseite flach oder undeutlich gefurcht, zugespitzt, dorsal gerundet, die Seiten convex, von der Seite gesehen zum Blattende spitz zulaufend, fast keine Blattspitze vorhanden, 1,2—1,8 cm. lang, bis 3 mm. breit und dick. Blüten in ein- bis dreizähliger Trugdolde, gedrängt (daher der Name); Blütenstiele 2—5 mm. lang, ohne Deckblätter. Blütenboden (Rezeptaculum) umgekehrt konisch, nahe der Mitte mehr oder weniger eingeschnürt, 3—4 mm. lang, Durchmesser bis 4 mm.; 5 Sepalen, unterhalb gerundet, spitz, 3—4 oder 3—5 oder bis 6 mm. lang, an der Basis 1,5—2 mm. breit, drei davon häutig gerändert. Petalen 2 bis 3-reihig, ziemlich locker angeordnet, unten nicht oder kaum verschmälert, stumpf oder ausgerandet, weiß, verwelkend zitronengelb, 4—6 mm. lang, 0,5—0,75 mm. oder seltener bis 1 mm. breit; Staminodien bald stark nach oben hin gebogen, an der Basis undeutlich papillös, weiß, oben sehr blaß grün, die konisch zusammengedrängten Staubgefäße überragen die Staminodien deutlich; Staubfäden dreireihig, bis 3 mm. lang, die äußeren unten gewimpert papillös, die inneren nach der Spitze zu deutlich papillös, mit schmutziggelben Staubbeuteln; (Nektar)drüsen ziemlich deutlich, etwas gekerbt. Die Loben der Fruchtknotens sind schroff erhöht fast bis 1 mm., fast stumpf; 5 Narben, von der Basis nach oben schrittweise verschmälert, nahe der Spitze papillös oder kurz geschwänzt, bis 3 mm. lang.

Eastern Basutoland; Phutaberg, nahe Mokhotlong, Jan.1953, L.C.C.Liebenberg (S.U.G. 12957). Bl. Jan. 1954.

 

 

 

Erstbeschreibung: Delosperma kofleri Lavis, Journ. South African Botany 32: 341 (1966)

 

Planta erecta, glabra, 22 cm. diam.; rami primarii lignosi brunnei, ad 13 cm. longi, ad 2.5 mm. diam., internodiis 4—20 mm. longis; ramuli ascendentes vel fere patentes, superne interdum leviter incurvi, saepe pallidi, 2—10 cm. longi, 0.75—1.5 mm. diam. internodiis 4—18 mm. longis; folia ascendentia vel fere erecta, saepe subfalcata supra visa plana vel leviter concava, linearia, superne leviter angustata, acuta, dorso rotundo, viridia, lateraliter visa saepissime acuta, 4—15 mm. longa, medio 2—3 mm. lato diametroque; flores solitarii, ca. 1 cm. diam.; receptaculum obconicum, 3 mm. longum, 4 mm. diam.; pedunculi 3—4 mm. longi; sepala 5, abrupte acuta vel acuta, 3—5, vel extima 5—6 mm., interiora marginata, ad 3 mm., longa, basi 1—1.5 mm. lata; petala ca 2-seriata, infra medium inferne leviter angustata, apice rotundo, alba, 5—6 mm. longa, 1 mm. lata vel parum ultra; staminodia nulla; filamenta 3—4-seriata, epapillata alba, ad 3 mm. longa, antheris pollineque albidis; stigmata anguste subulata, 1.75 mm. longa cum cauda 0.75 mm. longa.

Basutoland: Roma Mission, C.Kofler. NBG 94/63. Fl. Nov. 1964.

 

Delosperma kofleri Lavis, Journ. South African Botany 32: 341 (1966)

Pflanzen aufrecht, unbehaart, Durchmesser 22 cm.; Primärzweige holzig, braun, bis 13 cm. lang, Durchmesser bis 2,5 mm., Internodien 4—20 mm. lang; Seitenästchen aufsteigend oder etwas abstehend, oben bisweilen leicht gebogen, oft blaß, 2—10 cm. lang, Durchmesser 0,75—1,5 mm., Internodien 4—18 mm. lang; Blätter aufsteigend oder fast aufrecht, oft etwas sichelförmig, oben plan oder leicht konkav, linear, am oberen Ende leicht verschmälert, spitz; Unterseite gerundet, grün, seitlich gesehen sehr oft spitz, 4—15 mm. lang, in der Mitte 2—3 mm. breit und tief; Blüten einzelstehend, Durchmesser ca. 1 cm.; Blütenboten umgekehrt konisch, 3 mm lang, Durchmesser 4 mm.; Blütenstiele 3—4 mm. lang; Sepalen 5, abrupt spitz zulaufend oder spitz, 3—5 mm. oder ganz außen 5—6 mm., die inneren gerändert, bis 3 mm. lang, an der Basis 1—1,5 mm. breit. Blumenblätter meist 2-reihig, unterhalb der Mitte nach unten leicht verschmälert, mit gerundeter Spitze, weiß, 5—6 mm. lang, 1 mm. breit oder etwas darüber, keine Staminodien; Staubfäden 3—4-reihig, weiß, ohne Papillen, bis 3 mm. lang., mit weißlichen Staubbeuteln und PollenNarben schmal pfriemelig, 1,75 mm. lang mit 0,75 mm. langem Schwanz.

Basutoland: Roma Mission, C.Kofler. NBG 94/63. Bl. Nov.1964.